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Christian Longardt zu Albig und der Firmenfeier bei Boy

Kommentar Christian Longardt zu Albig und der Firmenfeier bei Boy

Herausragende Vertreter dieser Landesregierung haben Übung darin, kritische Berichte über ihr Tun schnell als „Skandalisierung“ abzustempeln. Soll heißen: Alles kalter Kaffee, die Presse braucht mal wieder eine Schlagzeile. Deshalb an dieser Stelle zur Klarstellung: Nein, wir reden hier ausdrücklich nicht von einem Skandal.

Ein Ministerpräsident aber, der in seinen Sonntagsreden immer wieder mahnt, die Medien dürften „Maß und Mitte“ nicht verlieren, sollte auch sein eigenes Verhalten an dieser ethischen Richtschnur messen lassen. Bei einer Diskussion der Agentur Boy will Torsten Albig nun also über den inflationären Gebrauch des Krisenbegriffs sprechen, man darf annehmen, er meint mal wieder die Journalisten, wen sonst. Vorab lässt er schon wissen, es gehe darum, „Augenmaß“ zu bewahren. Genau das droht dem Regierungschef gerade verloren zu gehen.

Natürlich steht es ihm frei, jede Firma seiner Wahl mit seiner Anwesenheit zu beehren. Dass da enge Partner der Regierung, wie die besagte Agentur, bessere Karten als andere haben, lässt sich denken. Wenn aber die eigene Lebensgefährtin diese Einladung quasi am Küchentisch ausspricht, dann sollte ein kluger Ministerpräsident wissen, was er tut – und was nicht. Mit dem Besuch der Boy-Veranstaltung, vier Monate nach Bekanntgabe der Liaison, nährt Albig den Verdacht, dass er private Belange und sein öffentliches Amt nicht sauber zu trennen vermag. Das ist nicht gut für ihn. Und nicht gut für das Amt.

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Christian Longardt
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