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Christian Longardt zu den TTIP-Leaks

Kommentar Christian Longardt zu den TTIP-Leaks

Das muss man Greenpeace lassen: Die können Öffentlichkeitsarbeit. Sehr effektvoll haben die Öko-Aktivisten am Montag die Veröffentlichung der TTIP-Papiere inszeniert. Endlich ein Einblick in die streng gehüteten Verhandlungsakten, was für ein Coup!

Nach Monaten auf die Spitze getriebener Geheimdiplomatie darf man sich auf beiden Seiten des Atlantiks nicht wundern, wenn Greenpeace die Enthüllung wie eine Weltsensation zelebriert. Maximale Intransparenz wird mit maximaler Transparenz bestraft. Bei Licht besehen aber haben wir durch die Dokumente wenig Neues gelernt.

 Böse Amerikaner bedrohen das gute Europa: Wer sich bisher schon diese schlichte Sicht zu eigen machte, wird die Papiere als willkommene Bestätigung lesen. Wer so denkt, der will nicht hören, dass die USA mit ihren scharfen Umweltgesetzen gerade dazu beigetragen haben, die VW-Manipulation aufzudecken; dass ein Handelsabkommen für die Exportnation Deutschland womöglich auch Chancen bietet. Amerika vertritt seine Forderung, genmanipulierte und hormonbehandelte Lebensmittel nach Europa zu exportieren, also mit großem Nachdruck – wo ist die Neuigkeit? Beschlossen ist weiterhin nichts. Bis zum Beweis des Gegenteils gilt das Wort der EU-Kommissarin, dass man die europäischen Standards nicht aufweichen werde. So belegen die „TTIP-Leaks“ nur eines, und das mag die Kritiker beruhigen: Von einer Einigung sind EU und USA noch so weit entfernt wie Washington von Brüssel.

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Christian Longardt
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