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Christian Longardt zum Streit um die Lehrerausbildung

Kommentar Christian Longardt zum Streit um die Lehrerausbildung

CAU-Präsident Fouquet schwingt das ganz große Schwert, wenn er als Folge der umstrittenen Wende-Reform gleich den Abstieg seiner Kieler Universität zur Provinzhochschule prophezeit. So schlimm wird es kaum ausgehen. Die Wortwahl aber macht deutlich, wie ernst der Konflikt um die Lehrerausbildung zu nehmen ist – und wie weit es die verantwortliche Ministerin hat kommen lassen. Mit ihrem vermurksten Plan, ausgerechnet ihre alte Hochschule in Flensburg massiv zu Lasten von Kiel aufzurüsten, hat Waltraud Wende maximalen Schaden angerichtet. Derzeit ist schwer vorstellbar, dass diese Ressortchefin allein die Kraft aufbringt, den Scherbenhaufen aufzukehren.

Ihre Reform ist derart unausgegoren und schlecht durchgerechnet, dass sich inzwischen auch in den eigenen Reihen die Zweifel mehren. Kaum vorstellbar, dass sämtliche Kieler Abgeordneten der Regierungsfraktionen die Hand dafür heben werden. Wahrscheinlicher ist, dass die Ministerin in den nächsten Wochen Abstriche wird machen müssen. Wendes gestriger Appell, man möge doch bitte zur Sachlichkeit zurückkehren, wirkt hilflos angesichts der Konfusion, die sie selbst mit ihrer plötzlichen Richtungsänderung zugunsten Flensburgs angerichtet hat.

Man muss der Seiteneinsteigerin wünschen, dass ihr politisch erfahrenere Mitglieder des Küstenkabinetts den Weg zu einer Entschärfung der Hochschul-Krise weisen. Vor allem der Ministerpräsident sollte jetzt handeln. Torsten Albig hätte als ehemaliger OB eigentlich wissen müssen, was der Kieler Uni wirklich weh tut.

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Lehrerausbildung
Foto: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) begrüßt vor der Landtagssitzung in Kiel Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

Zoff im Landtag über die Lehrerausbildung: Ministerin Wende verteidigt ihre umstrittenen Pläne, die Opposition beharrt auf Rücktritt. Ministerpräsident Albig stellt sich hinter seine Ministerin. Der Rechnungshof äußert Bedenken zur Reform.

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