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Christian Longardt zum Wahl-Mobil

Kommentar Christian Longardt zum Wahl-Mobil

Mitte der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts machten rund 85 Prozent der Erwachsenen bei der Landtagswahl ihr Kreuz. Wählen zu gehen, das sah die klare Mehrheit damals noch als eine Art Bürgerpflicht.

Seither geht es tendenziell abwärts, die 60 Prozent von 2012 waren der Tiefpunkt einer Entwicklung, die Schleswig-Holstein zwar nicht allein beklagt. Doch die Erkenntnis, dass es in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und auch Hamburg danach noch trauriger aussah, tröstet wenig und hilft überhaupt nicht. Es ist deshalb gut, dass sich die hiesigen Parlamentarier Gedanken darüber gemacht haben, wie das Interesse an Landespolitik wieder gesteigert werden kann.

Nun kommt man dem Wähler im Amt Bordesholm mit dem Wohnmobil im wahrsten Sinne ein Stück entgegen. Das stößt durchaus auf Gegenliebe, wie die Premiere am Wochenende ahnen lässt. Dass sich die Wahlkabine direkt neben dem stillen Örtchen befindet, ist allein der Enge des Fahrzeugs geschuldet.

Ein wenig stinkt die Sache aber schon: Warum nur musste es ausgerechnet Bordesholm sein, wo bekanntlich der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner zu Hause ist? Die Begründung, in dieser Region sei die Wahlbeteiligung besonders schlecht gewesen, trägt nicht sonderlich weit. Selbst wenn die Entscheidung tatsächlich ohne jeden Einfluss des Obergenossen erfolgt sein sollte – so gibt man jenen Menschen, die den Politikbetrieb für durch und durch schmutzig halten, nur Anlass für neue Zweifel.

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Christian Longardt
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