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Jessica Bunjes zur Pferdesteuer

Kontra-Kommentar Jessica Bunjes zur Pferdesteuer

Um die Gemeindefinanzen ist es schlecht bestellt, und guter Rat ist wieder teuer. Möglicherweise demnächst für Pferdebesitzer, denen, zur Aufbesserung leerer Kassen, die Pferdesteuer droht. Hundebesitzer können davon ein trauriges Lied singen, wenngleich auch nicht so laut, da eine Lenkungssteuer zur Hundehaltung zumindest in Städten halbwegs nachvollziehbar scheint.

Auf dem Land sieht das anders aus. Da wäre eine Kuhsteuer sinnvoller, wenn das Argument verschmutzte Wege sind. Reitwege gibt es im Land wenige. Für die meisten der wenigen zahlen die Reiter extra. Pferdesport findet ohnehin in der Regel auf privaten Reitanlagen statt – und die zahlen bereits Steuern.

Mit einer zusätzlichen Pferdesteuer würde die erste Sportart besteuert. Da können sich die Fußballer zukünftig auf einiges gefasst machen, wenn das Geld aus der Pferdekasse verbraucht ist. Apropos Geld: Dass Reiten etwas für „die Reichen“ ist, mag zu Zeiten gewesen sein, als wir noch einen Kaiser hatten. Heutzutage reiten vor allem Kinder und Jugendliche. Deren Eltern sparen sich das Geld oft genug ab, die meisten erwachsenen Pferdebesitzer sowieso. Ein Lebewesen ist nun mal im Unterhalt teurer als ein Tennisschläger.

Der bringt aber auch keinem Kind Verantwortungsgefühl und Empathie bei, und er tröstet eher selten. Er ist kein Freund, wie ein Pferd, und das braucht nun einmal Box und Auslauf und Futter, und das kostet. Die Wenigsten haben das Geld dafür mal eben so über. Zusatzkosten wie Steuern zwingen den Reitsport in die Knie, der immerhin 400 Millionen Euro im Jahr erwirtschaftet und Tausende Kids von den Straßen weghält. Den Reitsport zu schwächen, ist also kurzfristig gedacht.

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