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Cornelia Müller zu der Zug-Problematik

Kommentar Cornelia Müller zu der Zug-Problematik

Was haben Neuwittenbek, Gettorf und Mainz gemeinsam? Das Problem, dass zeitweise nichts mehr geht, wenn Fahrdienstleiter krank sind. Das Chaos, das 2013 im großen Stellwerk Mainz wegen des personellen Notstands ausbrach, veranlasste damals den Bahnchef höchstpersönlich, per Telefon bei Fahrdienstleitern darum zu betteln, früher aus dem Urlaub zurückzukehren.

So weit geht es zwar nicht im Fall der Regionalstrecke Kiel-Eckernförde-Flensburg und einer übersichtlichen Zahl von Fahrgästen, die kurzfristig in Busse umsteigen müssen. Aber damals hatte die Deutsche Bahn fassungslosen Pendlern versprochen, mehr Stellen zu schaffen und binnen fünf Jahren 1500 zusätzliche Fahrdienstleiter einzustellen. Später wurde bekannt, dass auch in anderen Stellwerken, wie etwa in Bebra, aus dem gleichen Grund monatelang der Betrieb brachlag.

Von so richtig durchschlagendem Erfolg scheint die Personal-Kampagne der Bahn bisher also nicht gekrönt. Auch im Kleinen wie im Fall Neuwittenbek oder fünf Wochen zuvor in Gettorf wird deutlich, dass Lücken dank jahrelangen Verzichts auf eine vorausschauende Personalpolitik nicht schnell nahtlos geschlossen werden können. Die Bahn hat zwar nachgebessert. Doch sind anscheinend noch längst nicht so viele Fahrdienstleiter an Bord, wie erhofft. In Zeiten, in denen nicht nur die Kiel-Region mit Masterplänen Individualverkehr und ÖPNV zu verzahnen sucht, dürfte sich die Bahn mehr anstrengen. Sonst fährt der Zug bald ohne sie ab.

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