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Detlef Drewes zum Flüchtlingsansturm

Kommentar Detlef Drewes zum Flüchtlingsansturm

Europa wird umdenken müssen. Natürlich sagt sich das leichter, als es in der politischen Praxis möglich ist. Ein zügiges, möglicherweise sogar kollektives Asylverfahren für Menschen aus Staaten, in denen wie in Syrien Krieg herrscht, könnte vielversprechend sein, weil damit auch eine rasche Arbeitserlaubnis und somit weniger soziale Lasten verbunden sind.

Aber die EU wäre unehrlich, wenn sie nicht auch zugeben würde, dass man zwar helfen muss, aber nicht einladen möchte. Denn die Vorstellung, dass die Opfer von Bürgerkriegen über gesicherte Korridore und nahezu ungehindert auf den europäischen Arbeitsmarkt strömen, jagt den Regierungen Spaniens, Griechenlands, Italiens und Maltas Angst ein.

Brüssel wird also einen Verteilschlüssel finden müssen. Dabei wäre eine Formel, die nicht alle gleich behandelt, am Ende wohl die intelligenteste Lösung: Höchstquoten für jedes Mitgliedsland entsprechend seiner Bevölkerungszahl, seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, seiner Arbeitslosenzahl. Dazu eine spürbare Entschädigung für jene Staaten, die die Last der Ersteinreise und der Asylantrag-Bearbeitung zu leisten haben, wenn sie sich zu humanitären Standards verpflichten. Und das Recht, die anerkannten Flüchtlinge anschließend auf die Nachbarn aufzuteilen.

Ob das System am Ende nur fair oder auch gerecht sein kann, muss ohnehin die Praxis zeigen. Auf jeden Fall wäre der Druck, den Flüchtlingsstrom etwa durch eine stärkere Kooperation mit den Herkunftsländern zu senken, für alle größer. Weil jeder betroffen ist.

Von Detlef Drewes

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Kronshagen
Foto: Die Gemeinde hat das ehemalige Aldi-Grundstück in der Johann-Fleck-Straße 1 gekauft. Dort sollen 25 bis 30 Sozialwohnungen errichtet werden, in denen auch Flüchtlinge untergebracht werden könnten.

„Diese Immobilie ist verkauft.“ Der neue Hinweis prangt am ehemaligen Aldi-Markt in der Johann-Fleck-Straße 1 in Kronshagen. Bürgermeister Uwe Meister bestätigte am Donnerstagabend im Bauausschuss auf Nachfrage: „Ja, die Gemeinde hat sie gekauft.“ Das 2000 Quadratmeter große Grundstück gehört zu den möglichen Standorten für die Unterbringung von Flüchtlingen.

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