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Dieter Wonka zur Flüchtlingsfrage

Kommentar Dieter Wonka zur Flüchtlingsfrage

Das System Merkel stößt an seine Grenzen. Angesichts von Hunderttausenden Flüchtlingen reicht die Geste der Raute nicht mehr, die Bundeskanzlerin braucht eine Strategie. Ihr Handeln aus sicherer Deckung heraus hat viele Bürger gleichgültig gemacht gegenüber dem Politischen.

Als Ergebnis recken nun die übelsten Radikalen der Kanzlerin Plakate mit der Aufschrift „Volksverräter“ entgegen. Zehntausende andere zeigen durch praktische Solidarität, dass Deutschland ein helles Land sein will.

Angela Merkel ist Pragmatikerin genug, um zu erkennen, dass sich in diesen Tagen vielleicht eine Zeitenwende abspielt. Politik muss Mut zeigen, vorangehen. „Mit Furcht gehe ich sowieso an keine Sache ran“, gab die Kanzlerin auf ihrer verspäteten Sommerpressekonferenz als Statement zu Protokoll. Mehrfach beschrieb sie Parallelen zur Zeit nach dem Mauerfall. Das ist eine angemessene und eine anspruchsvolle Messlatte. Politik darf sich nicht darin erschöpfen, erfolgreich möglichst nichts zu sagen, sondern sie muss Orientierung bieten. 1989 fand Helmut Kohl nicht immer, aber oft die richtigen Worte, vieles wurde rasch und radikal umgebaut. Deutschland hat es damals geschafft, neuer, moderner, besser und auch solidarischer zu werden. Genau darum geht es jetzt auch.

Angela Merkel hat sich am Montag festgelegt. Sie steht in der Verantwortung, Deutschland zu einem modernen, toleranten Einwanderungsland zu machen. Ein klammheimlicher Rückzug ist nun nicht mehr möglich.

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