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Frank Behling zum Brand auf der „Purple Beach“

Kommentar Frank Behling zum Brand auf der „Purple Beach“

1998 war es der Frachter „Pallas“, der brennend vor der deutschen Nordseeküste trieb und mit Schweröl aus den Treibstofftanks die Strände Nordfrieslands verseuchte. 2010 war es die „Lisco Gloria“, die brennend durch die Ostsee trieb. Und jetzt die „Purple Beach“. Sie ist ein verhältnismäßig kleines Schiff.

Dennoch zeigt dieser Fall den deutschen Behörden ganz klar auf, wie weit ihre Möglichkeiten reichen. Alle Einsatzkräfte mussten den Frachter verlassen. Ein wirksames Mittel zur Eindämmung des Brandes im Laderaum hat auch das Havariekommando nicht zu bieten. Der Schutz der Retter steht nun einmal in Deutschland heute an oberster Stelle. Die Zeiten, in denen mutige Besatzungen der großen Bergungsschlepper brennende Havaristen geentert haben und ohne Atemschutz Schleppverbindungen herstellten und Brände bekämpften, sind Teil der Seefahrtgeschichte.

In der modernen Schiffahrt musste die „Purple Beach“ in der Deutschen Bucht ihrem Schicksal überlassen werden. Bergungsmannschaften pumpen aus sicherer Entfernung hunderte Tonnen Wasser zur Kühlung auf den brennenden Frachter. Das Bild gab es auch schon 1998 und 2010. Das Bild 2015 zeigt, dass auch 17 Jahre später ein Havariekommando keine Wunderwaffe gegen Schiffsunglücke ist. Wenn sich ein Brand an Bord erst ausgebreitet hat, ist ein Schiff heute verloren. Bei der „Purple Beach“ scheint es so, dass noch einmal alles gut gegangen ist und die deutsche Nordseeküste zum Glück keine Ölpest fürchten muss.

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Die „Purple Beach“
Foto: Die 192 Meter lange „Purple Beach“ wurde 1998 in Shanghai gebaut und gehört zur Flotte der in Hamburg ansässigen MACS Maritime Carrier Shipping Company.

Die „Purple Beach“ gehört zum Typ der großen Stückgutfrachter, die auch für die Beförderung von Massengütern wie Düngemittel oder Getreide eingesetzt werden.

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