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Frank Behling zum Geld für den Kanalausbau

Kommentar Frank Behling zum Geld für den Kanalausbau

Die Zahl der Hürden war groß: Vom Naturschutz über den Denkmalschutz, den Lärmschutz, das Vergaberecht bis hin zur Begutachtung der Bundesrechnungsprüfer reichte die Liste der Hindernisse, die vor dem Baubeginn der fünften Schleusenkammer aus dem Weg geräumt werden mussten. Angefangen wurde mit ersten vagen Schätzungen von 250 bis 300 Millionen Euro Kosten. Dann kletterte die Summe von Jahr zu Jahr auf jetzt rund 500 Millionen Euro. Doch das ist kein besonderes Problem des Kanals. Das ist leider inzwischen in Deutschland Normalität.

Kaum ein Bauwerk unterschreitet die Kostenkalkulation. Selbst Feuerwehrgerätehäuser, Grünanlagen oder Sporthallen werden in Deutschland schon kurz nach der Bauentscheidung zu unkalkulierbaren Risiken für Kämmerer. Oft ist es das Geflecht aus Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, das Bauprojekte hierzulande nicht nur verzögert, sondern auch teurer werden lässt.

Der Blick über die Grenzen zeigt, dass es auch anders gehen kann. Die großen Infrastruktur-Projekte Dänemarks haben nie durch Verzögerungen oder Kostenexplosionen Schlagzeilen gemacht. In den Niederlanden oder in Belgien sieht es ähnlich aus. Der Hafen Antwerpen bekommt in fünf Jahren eine 500 Meter lange Schleuse zu einem Preis weit unterhalb von dem, der für die 360 Meter lange Kammer in Brunsbüttel kalkuliert wird. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Der Baukonzern Royal BAM kommt aus den Niederlanden – dem Mutterland der Schleusenbauer, Saugbagger und Landverschiebungen. Jetzt kann endlich in die Hände gespuckt werden. Bis 2020 sind es nur noch sechs Jahre.

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