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Frank Behling zum Landstrom für Schiffe

Kommentar Frank Behling zum Landstrom für Schiffe

Die Schlagzeile von der Dieselbremse für Kreuzfahrer war plakativ – aber auch trügerisch. Der Anteil der Kreuzfahrer an der weltweiten Emissionsbilanz der Seeschifffahrt ist in etwa so hoch wie der Anteil der Elektroautos an der Fahrzeugflotte in Deutschland.

 Er liegt bei etwa einem Prozent. Hinzu kommt, dass Kreuzfahrtschiffe nur zwischen April und Oktober in der Ostsee sind. Sich deshalb allein auf die Kreuzfahrer beim Kampf für möglichst saubere Luft zu fokussieren, ist reine Symbolpolitik. Wer in der Schifffahrt wirklich etwas ändern will, der muss an die großen Flotten der Containerschiffe, Tanker und Massengutfrachter ran. Das sind global etwa 51000 Schiffe. Zahl und Tonnage steigen stetig, da die großen Lieferketten und Transporteure weiter an Marktmacht gewinnen und ihre Flotten ausbauen.

Gleichwohl ist Robert Habecks Forderung an die Adresse der Bundesregierung ein starkes Signal. Nur durch Druck auf die Bundesregierung kann nämlich auf internationaler Bühne ein Vorstoß erfolgen. Ein erster Schritt wäre eine Einigung der Ostseeanrainer auf ein einheitliches Systeme bei Landanschlüssen. Solange es hier keine Erfolge gibt, wird sich nichts ändern. Bei Investitionssummen von bis zu zehn Millionen Euro pro Landstromanschluss wären einseitige Maßnahmen einzelner Häfen eine fahrlässige Verschwendung von Steuergeld und kein Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Luftqualität in Norddeutschland.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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