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Frank Behling zum Mittelmeereinsatz der EU

Kommentar Frank Behling zum Mittelmeereinsatz der EU

Die Soldaten der internationalen EU-Flotte haben in diesem Sommer im Zusammenspiel mit den internationalen Hilfsorganisationen großartige Arbeit geleistet. Die vier beteiligten deutschen Marineschiffe retteten bislang 8829 Menschen, „Ärzte ohne Grenzen“ ebenfalls Tausende. Der Strom der Menschen wird aber nicht abreißen, auch wenn es jetzt eine kurze Atempause geben dürfte.

 Im Mittelmeer zieht der Winter ein, Stürme und meterhohe Wellen werden den Schleusern die Bedingungen erschweren. Bis es im Frühjahr wieder losgeht.

Wenn der Flucht übers Mittelmeer Einhalt geboten werden soll, muss mehr geschehen, als nur einen starken Marineverband in internationalen Gewässern kreuzen zu lassen. Um den Schleusern das Handwerk zu legen, müssen diese auch an Land bekämpft werden. Das jetzige Mandat gibt das nicht her, denn der Auftrag endet an den libyschen Hoheitsgewässern. Deshalb muss ein neues Mandat auch die Option zum Angriff innerhalb der Hoheitsgewässer Libyens und sogar am Strand ermöglichen. Das bedeutet nicht zwangsläufig den Einsatz von Bodentruppen.

Eine Blaupause dafür gibt es. Die Bekämpfung der Piraterie in Somalia machte erst große Fortschritte, als im Mai 2012 Hubschrauber von EU-Kriegsschiffen aus Schiffe und Boote der Piraten an den Stränden zerstörten. Kurz danach brach die Logistik der Piraten zusammen. Heute gibt es nur noch vereinzelt Angriffe auf Frachter vor Somalia.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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