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Frank Behling zum NOK-Ausbau

Kommentar Frank Behling zum NOK-Ausbau

In Deutschland dauert alles etwas länger. Wer über Bauprojekte spricht, kommt um diesen Satz fast nie herum. Der Nord-Ostsee-Kanal ist ein besonders trauriges Beispiel dafür.

Bereits 2005 gab das Bundesverkehrsministerium grünes Licht für den Ausbau der Oststrecke. Doch bis die ersten Bagger anrollen, werden rund 14 Jahre vergangen sein. Danach sind noch einmal etwa zehn Jahre Bauzeit veranschlagt. Bei optimalem Verlauf werden am Ende also fast 25 Jahre zwischen Planungsbeginn und Fertigstellung liegen.

Dabei ist die Aufgabe durchaus überschaubar. Drei Kurven sollen erweitert werden, damit moderne Schiffe die Wasserstraße nutzen können. Nötig ist dafür ein Aushub von 6,8 Millionen Kubikmeter. Nur zum Vergleich: In Rotterdam wurden in nur sechs Jahren für den Bau eines neuen Hafens 340 Millionen Kubikmeter ausgebaggert. Bei unseren dänischen Nachbarn entstand der neue Osthavn in Esbjerg in gerade mal zwei Jahren.

Wohlgemerkt: Auch in Dänemark und den Niederlanden gilt EU-Recht. Auch dort werden Bürger informiert und Großprojekte mitten in bewohnten Hafenstädten schnell und effektiv umgesetzt. In Deutschland planen dagegen zu viele Behörden und Ministerien mit. Wenn Projekte in Deutschland nicht nur möglich gemacht, sondern sogar beschleunigt werden sollen, dann muss der Prüfauftrag an die neue Bundesregierung ganz klar lauten: Von den Nachbarn lernen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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