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Frank Behling zum Problem der russischen Lkw

Kommentar Frank Behling zum Problem der russischen Lkw

Die Meldungen über nationale Alleingänge in Europa mehren sich. Egal, ob bei der Verteidigung, der Flüchtlingspolitik oder der Hafenpolitik. Die Aufkündigung des Abkommens über den Transit russischer Lastwagen durch Polen ist jetzt die nächste Eskalationsstufe.

 Leidtragende sind vor allem russische Lastwagenfahrer, die sich neue und lange Wege suchen müssen, um ihre Waren nach Moskau zu bringen. Als Polen 2011 die Transitroute schon einmal sperrte, gab es noch die Möglichkeit, durch die Ukraine zu fahren. Doch auch dieser Korridor steht nicht mehr offen. Geblieben ist den russischen Truckern jetzt nur noch der Weg über die Ostsee oder über Schweden. Das war nicht mal im Kalten Krieg so, als immerhin der Transit der Lastwagen auf der Landbrücke über Warschau nach Moskau funktionierte.

 Die Sperrung der polnischen Transitwege für russische Lastwagen zeigt einmal mehr, wie unversöhnlich sich die Nachbarn im Osten gegenüberstehen. Wenn die Übergangsfrist nach der Aufkündigung auf gerade einmal zwei Wochen beschränkt wird, ist das ein katastrophales Signal für Investoren und die Wirtschaft. Wie sollen Unternehmer planen? Die Art und Weise, wie dieser Konflikt ausgetragen wird, ist verheerend. Denn die Folgen werden sich nicht so ohne Weiteres beheben lassen. Der Einbruch der russischen Wirtschaftsleistung ist das Resultat. Dies wiederum trifft langfristig den gesamten Ostseeraum.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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