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Frank Behling zur Arbeitszeitrichtlinie bei der Marine

Kommentar Frank Behling zur Arbeitszeitrichtlinie bei der Marine

Die EU-Arbeitszeitrichtlinie erreicht die Bundeswehr. Nachdem die Umsetzung bereits bei Polizei, Feuerwehren und in Krankenhäusern die dienstlichen Abläufe zum Teil fundamental reformiert hat, ist jetzt die Bundeswehr an der Reihe.

In- und externe Gutachter haben der Bundesverteidigungsministerin bescheinigt, dass auch für Soldaten außerhalb von Kampf- und Kriegseinsätzen grundsätzlich die 48-Stunden-Woche gilt. So weit, so gut. Doch wie reformiert man die festgefahrenen Strukturen im Bundeswehr-Apparat?

Reduzieren lässt sich die Wochenarbeitszeit bei Marineschiffen nur im Hafen. Denn wenn das Schiff liegt, kann die Besatzung nach Hause. Dennoch muss das Schiff bewacht werden. Vorbild könnte hier der dänische Marinestützpunkt Frederikshavn sein. Hier werden Fregatten bereits seit 2007 mithilfe von elektronischen Bewegungssensoren und Videotechnik überwacht. Doch ein solches Konzept auch für Deutschland zu übernehmen, ist nicht so einfach. 72 Seiten umfasst das in zwei Jahren ausgearbeitete Gesetz, durch das der Dienst bei der Bundeswehr attraktiver werden soll. Ein Beispiel für die Umsetzung steht jetzt in Form von blauen Containern an der Tirpitzmole in Kiel, von denen aus Soldaten die „Gorch Fock“ im Blick behalten sollen. Woran sich mal wieder zeigt, dass der Arbeitsalltag der Soldaten mehr vom politischen Willen als von praktischen Ansätzen geprägt wird. Die Befürchtung, dass die gesamte Reform als Rohrkrepierer endet, ist durchaus gegeben

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Gorch Fock
Foto: Der Test mit der „Gorch Fock“ soll Lösungsansätze für andere Marineeinheiten bringen.

Die Besatzung der „Gorch Fock“ muss in Container umziehen. Das Vorzeigeschiff der Deutschen Marine wird bei der Rückkehr von der Frühjahrsreise am Mittwoch als erste Einheit der Marine auf ein neues Wachkonzept umgestellt.

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