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Frank Behling zur Flaute am Nord-Ostsee-Kanal

Kommentar Frank Behling zur Flaute am Nord-Ostsee-Kanal

Es ist ruhig geworden auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Inzwischen gibt es Pausen von bis zu zwei Stunden, in denen kein großes Schiff die Holtenauer Schleusen passiert. Die Auswirkungen der Schifffahrtskrise, Russland-Embargo und der niedrige Ölpreis schlagen voll durch.

Im Moment sieht es so aus, als ob 2016 erstmals seit 1947 weniger als 30000 Schiffe den Kanal passieren könnten. Wie gesagt: im Moment. Denn in der Schifffahrt können sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schnell ändern. Auch 1990 und 2009 brach der Ostsee-Verkehr ein, und auch damals waren die Rückgänge bei den Passage-Zahlen nur von kurzer Dauer.

Die jetzige Ruhe am Kanal muss deshalb unbedingt dazu genutzt werden, die Modernisierung der Wasserstraße mit Hochdruck weiter voranzutreiben. Der Fehler von 1990 darf sich nicht wiederholen. Damals hatten voreilige Verkehrsplaner aus dem Ende der Sowjetunion auch ein Ende des Ausbaus des Kanals abgeleitet und die Baggerarbeiten 20 Kilometer vor Kiel eingestellt. Bereits 1996 erwies sich diese Entscheidung als großer Fehler. Die aktuelle Krise bei den Verkehrszahlen ist deshalb allenfalls eine zeitlich beschränkte Pause für den Kanal. Die Umschlagszahlen in den großen Ostseehäfen steigen wieder. Deshalb wird auch der Kanalverkehr spätestens dann wieder zu Rekordhöhen auflaufen, wenn der Preisverfall für das Barrel Öl endet und wieder die Marke von 60 Dollar aufwärts passiert.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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