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Frank Lindscheid zum U-Boot-Verkauf an Israel

Kommentar Frank Lindscheid zum U-Boot-Verkauf an Israel

High-Tech aus Kiel ist begehrt – das bringt auch die Bundesregierung immer wieder in heikle Situationen. Das fünfte von sechs hochmodernen U-Booten aus Kieler Produktion kann jetzt Richtung Israel ausgeliefert werden. Für die Werft an der Förde ist die Entscheidung des Bundessicherheitsrates ein beruhigendes Signal – obwohl das Geschäft ja bereits grundsätzlich genehmigt war.

Im internationalen Kontext ergibt sich allerdings ein anderer Blickwinkel. Denn den hochmodernen U-Booten wird nachgesagt, dass sie sich als Abschussbasen für Israels nukleare Abschreckungswaffe eignen.

Erst vergangene Woche gelang nach jahrelangem Gezerre ein Atomabkommen mit dem Iran. Das sorgte für allgemeines Aufatmen – nur Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnt die Einigung vehement ab, weil er dem Iran abgrundtief misstraut. Die Auslieferung deutscher U-Boote passt deshalb nicht gut ins aktuelle Umfeld, aber sie schärft den Sinn für die Problematik.

Die Bundeskanzlerin hat immer betont, dass die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson gehört. Deshalb räumt die Bundesregierung auch jedes Mal großzügige „Rabatte“ beim U-Boot-Kauf ein. Jetzt sollte Berlin auf Netanjahu einwirken, seine Fundamentalopposition zu überdenken. Im Gegenzug für die hochmoderne deutsche Marinetechnik könnte Israels Premier einer internationalen Atom-Kontrolle im Iran zustimmen. Auch das wäre ein Schritt Richtung mehr Sicherheit in der ganzen Region.

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Frank Lindscheid
Nachrichten- Redaktion

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