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Frank Schober zur Leichtahtletik-WM

Kommentar Frank Schober zur Leichtahtletik-WM

Mit ihrem goldenen Paukenschlag, den sie gestern im letzten Wurf des Speerwerfens setzte, hat Katharina Molitor dem deutschen Leichtathletik-Team statt einer guten noch eine sehr gute WM-Bilanz beschert. Mit acht Medaillen und 28 Top-Acht-Platzierungen hat das DLV-Team trotz vieler hauchdünner Entscheidungen seine Zugehörigkeit zu den großen Leichtathletik-Nationen untermauert.

Erfreulich war in Peking zu erleben, dass Deutschland nicht mehr nur als Wurf-Nation gilt, sondern neben dem Sprung auch im Sprint aufgeholt hat und sogar im Ausdauerlauf erste Akzente setzt. Zwar zogen sich die Titelkämpfe ein wenig in die Länge, aber bei nur einem medaillenlosen Tag wurde es auch aus deutscher Sicht nie langweilig.

In den Tagen von Peking ist die Leichtathletik ein Stück weit ehrlicher geworden. Denn nach den Doping-Enthüllungen der vergangenen Monate, an denen die ARD einen beträchtlichen Anteil hatte, sind die Russen von 17 auf vier Medaillen abgestürzt und spielen plötzlich im Mittel- und Langstreckenlauf keine Rolle mehr. Dies ist ein gutes Zeichen, aber nur ein Anfang. Die Sportwelt sollte den Funktionären noch stärker auf die Finger klopfen, damit das Vertuschen und Verschleiern von Betrügereien ein Ende hat. Der Anti-Dopingkampf darf vor großen Namen keinen Halt machen. Das hat sogar der Radsport begriffen – wenn auch viele Jahre zu spät.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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