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Günter Schellhase zu Kiels Polizeichef spricht Klartext

Kommentar Günter Schellhase zu Kiels Polizeichef spricht Klartext

Gegenüber seinen Beamten und Vorgesetzten im Innenministerium ist Kiels Polizeichef ein Mann der klaren Worte. Dass der leitende Kriminaldirektor jetzt aber den Weg in die Öffentlichkeit sucht, um auf die hohen Belastungen seiner Kollegen hinzuweisen, ist äußerst bemerkenswert. Die Polizeidirektion Kiel hat bereits jetzt so viele Stunden aus Sondereinsätzen gesammelt wie im gesamten Jahr 2014. Eine Entlastung ist nicht in Sicht.

Bauchrowitz kann als Beamter nicht öffentlich die geplante Reduzierung von 122 Stellen kritisieren und die Besetzung der 160 Stellen Unterdeckung fordern. Sein jetziger Vorstoß ist aber ein deutliches Signal an Innenminister Stefan Studt: So geht es nicht weiter, es wird eher noch schlechter. Diese Aussage bekäme noch mehr Gewicht, wenn die anderen sieben Direktionsleiter, die mit Sicherheit ähnliche Sorgen haben, sich öffentlich hinter Kiels Polizeichef stellten. Das könnte die Politik nicht mehr ignorieren, vor allem der zuständige Innenminister nicht. Der Beruf des Polizisten wird wegen der hohen Belastung und Unplanbarkeit zusehends unattraktiv. Junge Menschen gehen lieber in die Wirtschaft mit mehr Einkommen und zuverlässigen Arbeitszeiten.

Reagiert Studt nicht auf die Sorgen seiner Beamten und verkriecht sich hinter dem politischen Willen des Stellenabbaus, hat er als Polizeiminister versagt. Daran ändern auch die geplanten Umschichtungen innerhalb des Apparates nichts.

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