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Hans-Jürgen Jensen zur Kanaltunnel-Demo

Kommentar Hans-Jürgen Jensen zur Kanaltunnel-Demo

Es war der Nachmittag des 16. Februar 2015 und die Stimmung keineswegs bierselig im großen Sitzungssaal des Rendsburger Kreishauses. Da griff Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zum Mikrofon und bat seine Zuhörer, sich diesen Termin zu notieren: 19. Dezember 2016.

Da werde er zur Wiedereröffnung des Rendsburger Tunnels kommen, verkündete der Politiker gut gelaunt. Das hätte er lieber lassen sollen. Tage vorher war eine Delegation des Unternehmensverbands nach Berlin gereist, um sich über die langwierige und für die Betriebe kostenträchtige Sanierung zu beschweren. Ferlemanns Versprechen war die Antwort. Inzwischen haben die Unternehmer im hohen Norden den Eindruck, dass das Bundesverkehrsministerium sie nicht ernst nimmt. Düpiert und an der Nase herumgeführt fühlen sich die Vertreter von Marktführern wie dem Wohnmobilbauer Hobby und dem Entwässerungsspezialisten Aco.

Deshalb greifen sie zu Mitteln, die ihnen sonst fremd sind, suchen die Straße als Ort des Protestes. Keine Lobbyarbeit im Hintergrund mehr, stattdessen Hupkonzert und Warnblinken am Freitagnachmittag auf den Straßen Rendsburgs. Seht her, wir können auch anders als vornehme Zurückhaltung im Nadelstreif, ist die Botschaft. Und schon mobilisieren die Chefs in ihren Betrieben, auf dass der Protest beim nächsten Mal von ihren Mitarbeitern unterstützt werde. Auch die stehen morgens und abends im Tunnelstau.

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Hans-Jürgen Jensen
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Rendsburg
Foto: Die Sanierung der Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels ist auf der Zielgeraden – allerdings mit erheblichen Verzögerungen. Mit der Fertigstellung der Weströhre wird nicht vor Anfang 2019 gerechnet.

Der Frust über die Dauerbaustelle im Rendsburger Kanaltunnel zieht immer weitere Kreise. Die verantwortlichen Behördenmitarbeiter mussten am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtags antreten und sich kritische Fragen der Abgeordneten gefallen lassen.

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