14 ° / 2 ° heiter

Navigation:
Hans-Jürgen Jensen zur Schwebefähre

Kommentar Hans-Jürgen Jensen zur Schwebefähre

Ausschließlich Negativschlagzeilen hat die zwischen dem Rendsburger und Osterrönfelder Ufer nach einem festen Fahrplan über den Nord-Ostsee-Kanal pendelnde Schwebefähre in den letzten Monaten produziert. Erst stand sie in den Sommerferien wochenlang still wegen Wartung und Reparaturen.

Dann streikte immer wieder der Antrieb. Schließlich folgte die Beinahekatastrophe vom vergangenen Freitag mit zwei verletzten Menschen, ihre Kollision mit einem Frachter. Die schrecklichen schemenhaft in der Dunkelheit ruckelnden Bilder von der wie eine Schiffsschaukel hin und her gerissenen Fähre werden sich ins kollektive Gedächtnis der Region einbrennen. Wäre es jetzt nicht an der Zeit, über den Sinn der Schwebefähre nachzudenken? Ist sie entbehrlich? Womöglich überflüssige Folklore? Dem Berliner Verkehrsministerium scheinen diese Gedanken nicht fremd zu sein. Wie anders ist es zu erklären, dass die Behörde prüfen lässt, ob sie ohne rechtliche Probleme die Fähre abhängen kann. Die Menschen hier fühlen anders. Sie sind zwar genervt von der Pannenserie. Mehr als den Rendsburgern ist die Schwebefähre aber den Osterrönfeldern ans Herz gewachsen. Sie ist Teil ihres Alltags und ihrer Identität. Wer einmal erlebte, wie stolz ein Osterrönfelder einem Fremden die Schwebefähre gezeigt hat, versteht die Gemütslage dieser Menschen. Auch wenn die archaisch anmutende und auf alte Ingenieurskunst gründende Technik längst aus der Zeit gefallen scheint.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Anzeige
Schwebefähre auf der Kippe

Ein vom Bundesverkehrsministerium angefordertes Rechtsgutachten zur Schwebefähre sorgt für Aufregung. Geprüft werden soll, ob der Bund zu ihrem Betrieb verpflichtet ist. Damit steht die Fähre womöglich auf der Kippe. Landrat Rolf-Oliver Schwemer kündigte am Dienstag an, er wolle die Bundestagsabgeordneten einschalten.

mehr
Millionenschaden an Schwebefähre

Noch ist nicht klar, ob die Schwebefähre wieder repariert werden kann oder mit Totalschaden verschrottet werden muss. „Wir gehen derzeit von einem Millionenschaden aus“, sagte Matthias Visser, Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Kiel-Holtenau.

mehr
Fußgängertunnel statt Schwebefähre

Nach der Havarie der Schwebefähre müssen Schüler auf dem Weg nach Rendsburg auf den Fußgängertunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal ausweichen. Mehrere Hundert nahmen diesen Weg an diesem Montag früh. Es kam zu kurzen Wartezeiten an den Rolltreppen. Aber der Andrang war nicht viel größer als sonst, sagte ein Pendler.

mehr
NOK war erneut voll gesperrt

Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden war der Kanal in Rendsburg nach einer Schiffshavarie voll gesperrt worden. Das Containerschiff "Sonderborg Strait" lief am Sonnabend gegen 17 Uhr nahe Westerrönfeld in die Kanalböschung und blieb dort manövrierunfähig liegen.

mehr
Frank Behling zum Unfall der Schwebefähre

Mit der Frage, was alles hätte passieren können, wenn die Rendsburger Schwebefähre inmitten des Pendler- und Schülerverkehrs verunglückt wäre, mag sich keiner auseinandersetzen. Die Frage, wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte, muss dagegen dringend beantwortet werden.

mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3