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Heike Stüben zu Krankenhauskeimen

Kommentar Heike Stüben zu Krankenhauskeimen

MRSA. Früher konnten die wenigsten etwas mit den vier Buchstaben anfangen. Heute stehen sie für die Angst der Bürger vor dem Krankenhaus.

Zu viele haben in Familie oder Bekanntenkreis miterlebt, wie ein Routineeingriff durch eine Infektion zu Komplikationen, längerem Klinikaufenthalt und schlimmstenfalls sogar zum Tod des Patienten geführt hat. Infektionen mit Krankenhauskeimen sind zum Schreckgespenst geworden. Zu Recht. Deshalb ist es richtig, Risiken zu identifizieren.

Händehygiene ist das A und O im Kampf gegen Keime. Dass sie nur funktioniert, wenn Wissen, Ausstattung, Motivation und Zeit dafür vorhanden sind, leuchtet ein. Genügend Personal – nein, das ist keine Garantie für optimale Hygiene. Aber es ist eine notwendige Voraussetzung dafür. Doch bei der Personaldecke schneidet Deutschland schlecht ab, glaubt man der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Danach kommt eine Pflegekraft – dazu zählen examinierte und Hilfskräfte – in Norwegen auf 3,3 Patienten, bei uns auf 10,5 Patienten. Letzter Platz in der EU! In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Pflegekräfte in Kliniken zwar seit 2006 um 2000 gewachsen. Doch gleichzeitig machen sie nur noch noch 30 statt fast 40 Prozent der Personalgesamtkosten aus. Das spricht für viele Teilzeitkräfte. Hinzu kommen mehr Betten, kürzere Liegezeiten, immer mehr ältere Patienten. Das alles begünstigt Fehler. Nicht nur bei der Hygiene.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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