19 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Heike Stüben zu den Angriffen im UKSH

Kommentar Heike Stüben zu den Angriffen im UKSH

Wer heute in einer Klinik arbeitet, muss ein dickes Fell haben. Nicht nur, weil man mit Krankheiten und oft auch mit dem Sterben umgehen muss, sondern auch weil Pflegepersonal, Ärzte und auch andere Beschäftigte verbale und mitunter auch körperliche Attacken von Angehörigen und – nicht nur psychisch kranken und verwirrten – Patienten über sich ergehen lassen müssen.

Das alles macht den aufreibenden Dienst schon schwer genug. Dass nun aber auch noch Unberechtigte nachts und in aller Frühe in Kliniken ihr Unwesen treiben, ist dem Personal nicht auch noch zuzumuten. Nachvollziehbar, dass es sich nicht auf den Sicherheitsdienst verlassen will, der nun mal nicht alle Neben- und Notausgänge auf dem unübersichtlichen Gelände gleichzeitig überwachen kann. Verständlich also, dass das Klinikpersonal seine Pförtner wieder haben möchte – als Kontrolle im Haus, als tatkräftige Hilfe in bedrohlichen Situationen, als Abschreckung. Denn jeder potenzielle Täter müsste damit rechnen, dass er nur bis zur Pforte kommt.

Andererseits ist es auch nachvollziehbar, wenn Kliniken keine Hochsicherheitstrakte sein wollen. Dass Angehörige fast zu jeder Zeit ihre Kranken besuchen können, ist eine Errungenschaft. Aber nachts und angesichts von Minimalbesetzungen auf Stationen sollte die Sicherheit schwerer wiegen. Doch die Pforten werden kaum besetzt werden – die schwarze Null als oberstes Ziel des Klinikvorstands wird es verhindern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus KN-Kommentare 2/3