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Heike Stüben zum Kinderkrankengeld

Kommentar Heike Stüben zum Kinderkrankengeld

Die Wirtschaft schreibt sich Familienfreundlichkeit auf ihre Fahnen. Notgedrungen, denn sie braucht mehr berufstätige Frauen. Doch das wird auch bei gut ausgebauter Kinderbetreuung nur funktionieren, wenn sich Männer und Frauen die Familienarbeit teilen.

Genau das hat ein Ehepaar getan, als der Vater zu Hause blieb, um sich um die kranke kleine Tochter zu kümmern. Jetzt wird er dafür bestraft: Weder seine Krankenversicherung noch die seiner Frau noch der Arbeitgeber zahlen das Kinderkrankengeld. Der Vater muss den Verdienstausfall selbst tragen.

Man könnte sagen: Selbst schuld, wenn Frau und Tochter privat versichert sind. Man weiß doch, dass bei Privatversicherungen kein Kinderkrankengeld enthalten ist. Doch so einfach ist es nicht, denn die Familie hatte keine Wahl. Die Frau musste sich als Beamte privat versichern, und das Kind durfte nur bei ihr, nicht aber beim Vater mitversichert werden. Ein Schicksal, das mit zunehmender Erwerbstätigkeit von Frauen kein Einzelfall bleiben wird.

Es ist deshalb ein Armutszeugnis, dass alle Stellen bis zu den Bundesministerien nicht mehr einfällt, als achselzuckend auf die Paragrafen zu verweisen. Auch die Privatversicherungen sollten sich geschmeidig und einfallsreich zeigen. Sonst liefern sie einen Sargnagel mehr für ihre eigene Abschaffung: Denn gäbe es nur gesetzliche Versicherungen, ließe sich das Problem über einen gegenseitigen Ausgleich locker lösen.

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Bordesholm
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