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Heike Stüben zum Klinik-Streit

Kommentar Heike Stüben zum Klinik-Streit

97 Prozent der Krankenhauskosten finanzieren die Bürger über ihre Krankenversicherungsbeiträge. Nur drei Prozent müssen Land und Kommunen aufbringen – für Investitionen in Gebäude und Ausstattung.

Ein Teil der Daseinsfürsorge, den beide über Jahrzehnte sträflich vernachlässigt haben. Die Zeche dafür zahlen das Klinikpersonal und am Ende wir alle. Denn die Kliniken haben – viel weniger als notwendig – selbst investiert und werden es weiter tun. Um das zu finanzieren, wurde vor allem am Personal gespart. Eine Zweckentfremdung der Versicherungsgelder, die für die Behandlung und Versorgung der Patienten bestimmt waren. Doch auch diese Zitrone ist längst ausgequetscht. Noch weniger Personal geht nicht. Ohne Investitionen geht es aber auch nicht mehr.

Das Land hat deshalb die Investitionen erhöht und setzt nun zusätzliche Finanzspritzen. Je 75 Millionen von Land und Kommunen bewirken zwar noch keine Genesung. Aber es wäre ein Therapiebeginn. Doch der wird nun zwischen den Interessen zerrieben. Der Vorwahlkampf lässt grüßen. Also weiter keine Lösung bei einem zentralem Problem der Daseinsfürsorge? Das ist nicht nur beschämend. Das ist gefährlich in Zeiten, in denen sich Bürger zunehmend radikalisieren und behaupten, die Politik fände kein Lösung mehr für Probleme. Land und Kommunen sollten ihnen schnell das Gegenteil beweisen.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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