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Heike Stüben zum Streit um Geburtshilfe wird zum Skandal

Kommentar Heike Stüben zum Streit um Geburtshilfe wird zum Skandal

Eine Studie über Geburtshilfe, die längst überholt ist. Aktuelle Daten, die nicht zugänglich gemacht werden. Ja, werden wir hier alle an der Nase herumgeführt?

Natürlich wollen Eltern die größtmögliche Sicherheit und Qualität bei der Betreuung vor, während und nach einer Geburt. Dazu müssen sie aber erst einmal die Fakten kennen. Die Studie, mit der bislang die mindere Sicherheit kleiner Häuser belegt werden sollte, hilft in Schleswig-Holstein überhaupt nicht weiter. Das zumindest ist nun geklärt.

Konsequent ist auch, dass die Landesregierung wissen will, wie die Qualität im Land wirklich ist. Verhindert der Gemeinsame Bundesausschuss – immerhin das höchste Selbstverwaltungsgremium in unserem Gesundheitswesen – dies tatsächlich, dann ist das ein Skandal. Die Daten müssen für eine wissenschaftliche Analyse zugänglich gemacht werden. Alles andere müsste als Vertuschung gewertet werden und würde erneut den Verdacht erhärten, dass die Sicherheitsdiskussion nur ein Ablenkungsmanöver ist.

Weil es um anderes geht: um die zunehmende Ökonomisierung unseres Gesundheitswesens. Sie hat die Geburtshilfe wegen hoher Vorsorgekosten und niedriger Vergütung für die Klinikträger unattraktiv gemacht. Und um die Kapitulation der Politik. Sie kann Schließungen nicht mehr verhindern in einer Kliniklandschaft, in der private Konzerne allein entscheiden, in welcher ihrer Filialen noch geboren werden darf. Arme Eltern!

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