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Heike Stüben zum Tourismus in Schleswig-Holstein

Kommentar Heike Stüben zum Tourismus in Schleswig-Holstein

Urlaub in Schleswig-Holstein ist offenbar so beliebt wie nie. Der Erfolg, den die Statistiker mit Zahlen aus dem ersten Halbjahr belegen, ist nicht vom Himmel gefallen. Dabei profitiert das Land nördlich der großen Metropolen auch von der Weltlage.

 Die Angst vor Anschlägen, die Kritik an der türkischen Regierung, die potenzielle Konfrontation mit dem Flüchtlingselend auf dem Mittelmeer, in Italien und anderen Anrainerstaaaten – das alles steigert die Attraktivität von unbeschwerten Ferien in heimischen Gefilden. Und trotzdem: Der Erfolg der Tourismusbranche im Land ist zu einem wesentlichen Teil auch hausgemacht.

Dafür spricht die Aufwärtsentwicklung seit gut mehr als zehn Jahren. Die Gästezahlen sind kontinuierlich gestiegen, obwohl die Zahl der statistisch erfassten Betten leicht gesunken ist. Viele traditionelle Anbieter sind auf der Strecke geblieben: Landgasthöfe, aber auch Hotels und Ferienwohnungen. Dieser Prozess hat jedoch gleichzeitig den Weg freigemacht für ein neues Image, für Unterkünfte und gastronomische Betriebe, die den Ansprüchen heutiger Touristen gerecht werden. Denn die sind nicht mehr wie in den 1960er froh, überhaupt in den Urlaub fahren zu können. Sie sind oft weit gereist und verwöhnt, was Service, Freundlichkeit, individuelle Angebote und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. All das finden offenbar immer mehr Urlauber in Schleswig-Holstein. Ein sanftes Ruhekissen sollten die jüngsten Zahlen dennoch nicht sein.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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