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Heike Stüben zur Einsparung beim ambulanten Operieren

Kommentar Heike Stüben zur Einsparung beim ambulanten Operieren

1997 feierte man beim Ersatzkassenverband zu Recht den Fördervertrag fürs Ambulante Operieren als Wende. Es sollten nur noch jene Patienten stationär in Krankenhäuser aufgenommen werden, bei denen das medizinisch notwendig ist. Damals fehlte die Struktur für das ambulante Operieren. Der Fördervertrag sollte dazu animieren, diese Versorgungsart zu schaffen. Das funktionierte: Schleswig-Holstein galt als bundesweiter Vorreiter.

Kiel. Noch 2009 verkündeten die Kassen: Wir müssen das ambulante Operieren weiter voran bringen. Die Kassenpatienten stimmten mit den Füßen ab. Wer geht schon ohne Not ins Krankenhaus? Ambulante Operationen sind heute ein Erfolgsmodell. Plötzlich aber spielen die Kassen nicht mehr mit.

Die Anschubfinanzierung sei nicht mehr notwendig, die Ärzte würden ausreichend honoriert, heißt es. Ja, die Infrastruktur steht. Doch auch beim ambulanten Operieren müssen OP-Räume erneuert, steigende Kosten für Haftpflicht und Brandschutz, hoher technischer Aufwand finanziert werden. Und im Gegensatz zu Krankenhäusern, die von der öffentlichen Hand – wenn auch zu wenig – Investitionskostenzuschüsse bekommen, sollen die Zentren für ambulantes Operieren nun alles aus dem Ärztehonorar und Geld der Patienten stemmen. Das wird ein sinnvolles und gewünsches System schwächen.

Oder wollten die Kassen mit der Vertragskündigung verhindern, dass Krankenhäuser mit Verweis auf das Sozialgesetzbuch V auch Zuschläge durchsetzen? Das würde die plötzliche Kehrtwende erklären. Richtig wäre sie allerdings auch dann nicht.

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Ambulante Operationen
Foto: Dr. Karl-Heinz Gnutzmann

Immer mehr Schleswig-Holsteiner lassen sich lieber ambulant als im Krankenhaus operieren. Wer anschließend noch eine Nacht in ärztlicher Obhut verbringt, muss dies seit 1. April selbst bezahlen. Patienten sind verärgert – doch die Krankenkassen weigern sich, den Fördervertrag zu verlängern.

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