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Heike Stüben zur Geflügelpest in SH

Kommentar Heike Stüben zur Geflügelpest in SH

Es ist das dritte Mal, das Schleswig-Holstein sich mit der Vogelgrippe auseinandersetzen muss. Doch dieses Mal geht es um eine völlig andere Dimension. Denn 2006 ging es um einen Vogelgrippetyp, der deutlich weniger bedrohlich für die Tiere war.

2014 war es zwar auch die klassische Geflügelpest. Doch der Ausbruch war in Mecklenburg-Vorpommern – in Schleswig-Holstein wurde auch beim intensiven Monitoring kein einziges infiziertes Tier gefunden. Dieses Mal ist unser Wildtierbestand direkt betroffen und dies offenbar in einem erschreckend hohen Maß. Dem Umweltminister blieb gar nichts anderes übrig, als mit drastischen Einschränkungen zu reagieren. Ob dies ausreicht und wie lange die Geflügelhalter damit leben müssen, ist völlig offen.

Nicht geklärt ist damit die Quelle der Geflügelpest. In Polen ist das hochpathogene Virus H5N8 ebenfalls in Wildenten und Möwen nachgewiesen worden, am Bodensee und in anderen Staaten gibt es Verdachtsfälle. Aber sind die Wildvögel tatsächlich die Ursache? Ornithologen bezweifeln das. Sie sehen in den Wildvögeln nur die Opfer, die sich in Geflügelmassenhaltungen angesteckt haben und dann die Seuche kleinräumig weitergeben. Was ist Ursache, was ist Wirkung? Diese Frage sollte schnellstmöglich von den Wissenschaftlern geklärt werden. Sonst erschöpfen sich die Handlungsoptionen weiter darin, die Folgen der Geflügelpest zu begrenzen. Einen wirksamen Schutz oder zumindest eine Risikominimierung bekommt man so nicht hin.

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Vogelgrippe am Plöner See
Foto: Die Mitarbeiter der Stadtwerke Plön wie Matthias Braasch suchen derzeit auch die schwer zugänglichen Ufer der Seen ab, um angeschwemmte Kadaver verendeter Reiherenten im Spülsaum zu finden und einzusammeln.

In Schleswig-Holstein grassiert die Geflügelpest. Der gefährliche Subtyp der Vogelgrippe wurde bei Wildenten im Kreis Plön nachgewiesen. Für Umweltminister Robert Habeck (Grüne) ein „ernstes Krisenszenario, das radikale Maßnahmen erfordert“.

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