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Heike Stüben zur Notfallversorgung in Schleswig-Holstein

Kommentar Heike Stüben zur Notfallversorgung in Schleswig-Holstein

Schnelle Rettung im Notfall – auf der Wunschliste der Menschen steht das weit oben. Oft wird die Notfallversorgung aber auch als Selbstverständlichkeit angesehen. Doch das ist sie nicht. Vieles funktioniert nur, weil das Personal in Rettungsdiensten und Notfallaufnahmen nicht nur am Limit, sondern darüber hinaus arbeitet.

Die Notfallmedizin ist längst selbst zum Patienten geworden, der Hilfe benötigt. In Schleswig-Holstein fordern alle Beteiligten schon länger Unterstützung. Bisher wurden sie jedoch im Bund ausgebremst – durch das Sozialgesetzbuch V und durch Interessenskonflikte. Denn auch im Notfall geht es ums Geld.

Rettungsmedizin ist teuer. Zu teuer, um damit Bagatellfälle zu behandeln. Wenn eine Klinik 32 Euro bekommt, aber 120 Euro Kosten hat, dann kann das auf Dauer nicht gut gehen. Der tieferliegende Grund für das Dilemma ist das System von zwei getrennten Säulen in der Krankenversorgung: Krankenhäuser und Arztpraxen werden in unterschiedlichen Systemen finanziert. Diese Trennung von ambulant und stationär verhindert auch bei der Notfallversorgung eine Verzahnung von niedergelassenem und klinischem Bereich. Angesichts von zunehmendem Personalmangel und veränderter Patientenbedürfnisse wird Linderung aber nur sektorenübergreifend funktionieren. Für den Bürger zählt, wie sie versorgt werden – von welchem Sektor das erbracht und abgerechnet wird, ist ihm dabei – zu Recht – egal.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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