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Heike Stüben zur Wahl des Bischofs

Kommentar Heike Stüben zur Wahl des Bischofs

Die Erleichterung war gestern nach der Wahl des Bischofs im Schleswiger Dom mit den Händen zu greifen. Das hatte weniger damit zu tun, dass es mit Gothart Magaard der Wunschkandidat vieler schleswig-holsteinischer Synodalen geschafft hatte. Nein, auch Elisabeth Knotte wäre als Bischöfin eine gute Wahl gewesen. Es war die Erleichterung darüber, dass erst mit dieser Wahl die langwierige Geburt der Nordkirche abgeschlossen ist.

Gezeugt – der Vergleich sei erlaubt – wurde sie 2007 von Magaards Vorvorgänger: Bischof Hans Christian Knuth schrieb damals als Vorsitzender der nordelbischen Kirchenleitung einen legendären Brief an die Bischöfe der Pommerschen Landeskirche und schlug Fusionsgespräche vor. Es folgte ein langer und dornenreicher Weg, den man vor allem für den kleineren Partner in Mecklenburg-Vorpommern ebnen musste. Dass es dort nun mit zwei Bischöfen ebenso viele wie in Hamburg samt Schleswig-Holstein gibt und dazu der Landesbischof seinen Sitz in Schwerin hat, war ein Zugeständnis und im Rückblick eine kluge Entscheidung.

Mit der gestrigen Wahl hat die Nordkirche nun erst einmal den Freiraum, eine eigene Identität zu entwickeln. Vier Jahre hat man dafür Zeit. Denn 2018 wird diese Aufbauphase zu Ende sein. Nach dem Fusionsvertrag soll es danach neben dem Landesbischof nur noch drei Bischöfe geben. Die Nordkirche hat also noch nicht ihre endgültige Form. Mit der Bischofswahl gestern ist aber die letzte tragende Wand eingezogen worden.

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Bischof Gothart Magaard
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