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Jan v. Schmidt-Phiseldeck zum Girokonto

Kommentar Jan v. Schmidt-Phiseldeck zum Girokonto

Die Gebühren fürs Girokonto werden von Sparkassen, Volksbanken und auch vielen privaten Instituten quer durch die Republik erhöht. Der Grund liegt auf der Hand: Aufgrund der Zinskrise verdienen die Banken an den Einlagen ihrer Kunden kaum noch etwas.

Die Zeiten, in denen das auf dem Girokonto geparkte Geld – Experten gehen von derzeit etwa 200 Milliarden Euro aus – von den Geldinstituten einfach in gut verzinsliche Bundesanleihen angelegt wurde, sind vorbei. Statt einer attraktiven Marge gibt es für eine solche Anlage kein Geld mehr, für geparktes Geld bei der EZB fällt sogar ein Strafzins von 0,4 Prozent an. Ist es also in Ordnung, wenn Banken die Gebühren für Girokonten erhöhen? Und wäre es nicht fairer und für den Kunden billiger, negative Zinsen weiterzureichen?

Die Banken machen es sich einfach, nutzen im Sog der Debatte über einen Negativzins die Gebührenschraube. Die kann im Vergleich zu mit hohem Aufwand verbunden Strafzinszahlungen auch leichter angezogen werden. Damit können die Geldinstitute einen nicht unerheblichen und leicht zu kalkulierenden Gewinn auf der Habenseite verbuchen. Dabei setzen sie zugleich auf die Bequemlichkeit ihrer Kunden, die, trotz vorhandener kostenloser Alternativen, ihrer Hausbank zumeist die Treue halten. Auch das Argument eines „Mehrwertkontos“ zieht nicht: Viele Kunden benötigen die zusätzlich angepriesenen Leistungen nicht. Fazit: Wer jetzt nicht vergleicht, macht es den Banken viel zu einfach.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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