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Jan v. Schmidt-Phiseldeck zur Debatte um Offshore-Windparks

Kommentar Jan v. Schmidt-Phiseldeck zur Debatte um Offshore-Windparks

Im Gegensatz zu Windrädern an Land zählen Offshore-Windparks zu den teuersten Möglichkeiten, Ökostrom zu erzeugen. Der Bau einer solchen Anlage kann dabei schon mal mehr als eine Milliarde Euro kosten. Verbunden mit der garantierten Einspeisevergütung und der jüngst von der EU-Kommission erlaubten steuerlichen Subvention von 20 Windparks bedeutete das für Projektierer bislang dennoch ein lukratives Geschäft.

Allerdings: Der Transport und die Umwandlung der erzeugten Energie in Gleichstrom ist ebenfalls sehr teuer – und treibt den Strompreis weiter hoch.

 Deshalb hat die Bundesregierung bereits im vergangenen Sommer ihre Offshore-Ausbauziele überraschend deutlich nach unten korrigiert. Und deshalb sollen jetzt auch Hochsee-Windparks vorerst nicht mehr genehmigt werden. Das Problem ist nur, dass der Schlingerkurs in der Energiewendepolitik der Branche massiven Schaden zufügt. Zu unberechenbar sind die Parameter, auf die sich Investoren immer wieder neu einstellen müssen.

 Verlässlichkeit ist hier jedoch oberstes Gebot, damit die Bundesregierung ihre selbstgesteckten energiepolitischen Ziele erreichen kann: weg von Atom- und Kohlekraft. Dazu gehört zum Beispiel, von Anfang an nur solche Flächen auf dem Wasser auszuweisen, auf denen Windparks auch langfristig wirtschaftlich zu betreiben sind – also ohne dauerhafte Subventionierung. Und dazu gehört auch, der technisch hoch innovativen Windkraftbranche vernünftige Spielräume zu gewähren. Eine unkalkulierbare Ausbaubremse gehört nicht dazu.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
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