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Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Elektroautos

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Elektroautos

Die Zahlen sprechen für sich: Bis Ende September wurden bundesweit gerade einmal 4451 Anträge auf eine Elektroauto-Kaufprämie gestellt. Das forsch formulierte Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine halbe Million E-Autos auf die Straße zu bringen, rückt damit in weite Ferne.

Dabei liegt es auf der Hand, warum sich bislang so wenige Pkw-Fahrer für einen modernen Elektroantrieb entschieden haben. Zunächst einmal fehlt es, nicht nur in Schleswig-Holstein, schlicht an einer flächendeckenden Ladesäulen-Infrastruktur. Autofahrer können bundesweit etwa 6500 öffentlich zugängliche Ladestationen ansteuern. Statistiker haben daraus abgeleitet, dass alle 111 Kilometer eine Ladesäule steht. Zum Vergleich: In den Niederlanden sind es gerade einmal sieben Kilometer. Weiteres Problem: Trotz finanzieller Förderung von Bund und Ländern beim Aufbau einer öffentlichen Ladestruktur gibt es keinen einheitlichen Zugang zu den Säulen, die zumeist von unterschiedlichen Energieversorgern betrieben werden.

Außerdem sind E-Autos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren einfach noch zu teuer – trotz der 4000-Euro-Förderung, die sich Bund und Automobilwirtschaft teilen. Grund ist etwa der mit 18 Cent pro Liter steuerlich subventionierte Diesel. Autohersteller geben auf ihre E-Autos aber auch kaum Rabatte. Wenn sich an all diesen Rahmenbedingungen nichts ändert, wird die Prämie bleiben, was sie ist: ein teurer Flop.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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