19 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Niedrigpreisen

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Niedrigpreisen

Bauern, die kniehoch in Milchseen stehen, Trecker-Sternfahrten, Aufkleberaktionen: Vielen Landwirten in Schleswig-Holstein steht das Wasser bis zum Hals. Mit ihren zum Teil drastischen Protestaktionen wollen sie dem Handel, aber auch dem Verbraucher zeigen: Wenn die Preise für ihre Produkte im Keller bleiben, stehen gerade viele kleinere Betriebe vor dem Aus.

Die um Verständnis für die Nöte der Bauern heischende Reaktion des mächtigen Discounters Aldi steht dabei nur symbolisch für eine insgesamt unehrliche Diskussion. Es geht um Margen, um Verdrängung und darum, wie mit spektakulären Sonderangeboten möglichst viele Kunden in die Geschäfte gelockt werden können. Der eigentliche Wert eines in Deutschland produzierten Lebensmittels, das strengen Kontrollen unterliegt, spielt fast keine Rolle mehr. Stattdessen schieben Aldi & Co den schwarzen Peter weiter, verweisen auf die internationale Marktlage, die sich an Angebot und Nachfrage orientiert.

Mehr Ehrlichkeit stünde aber auch den Verbandsvertretern der Landwirte gut zu Gesicht. Wollen sie künftig nur noch Agrarfabriken und Großbauern vertreten, nehmen sie das schleichende Sterben ihrer Branche einfach in Kauf? Antworten auf diese Fragen, verbunden mit der Neugestaltung eines Systems, das heute Lebensmittel an der Börse wie Rohöl handelt, sind unerlässlich. Zum Wohle einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Nord-Bauern
Foto: Für faire Preise: Landwirte kleben ihre Botschaft auch auf Fleischprodukte.

Mit einer Aufkleberaktion versuchen Landwirte in Schleswig-Holstein, für die Qualität ihrer Lebensmittel zu werben. „Ich bin mehr wert, als du bezahlen musst“, steht auf insgesamt 20000 Aufklebern, die derzeit auf Milch- und Fleischprodukte in ganz Schleswig-Holstein in Filialen von Aldi, Lidl & Co angebracht werden.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3