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Jan von Schmidt-Phiseldeck zu den Arbeitsmarktzahlen

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zu den Arbeitsmarktzahlen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zieht im Norden seit Monaten an, gleichzeitig sinkt die Arbeitslosenzahl auf den niedrigsten Mai-Stand seit 23 Jahren. Boomender Tourismus, viele offene Stellen im Handel, im Gesundheitswesen oder bei Dienstleistern – die Wirtschaft in Schleswig-Holstein zeigt sich weiterhin äußerst robust.

Dennoch profitieren davon nicht alle: Gerade bei den Langzeitarbeitslosen und Älteren stocken die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagenturen, trotz fortlaufender Appelle und guter finanzieller Fördermöglichkeiten. Doch auch für diese Gruppe gibt es Hoffnung: Auch wenn die Bundesagentur für die zweite Jahreshälfte mit einer steigenden Zahl arbeitsloser Flüchtlinge rechnet, wird die Flüchtlingskrise einen weiteren Schub auf dem Stellenmarkt auslösen.

Denn: Die Milliarden-Ausgaben für die Unterbringung und Betreuung bringen laut Denkfabrik der Agentur bundesweit neue Jobs im „fünfstelligen Bereich“. Davon profitieren Firmen, die Quartiere für Asylbewerber errichten, genauso wie Sicherheitsfirmen, die Unterkünfte vor Übergriffen schützen. Lehrer werden gesucht, die Deutschkenntnisse vermitteln, es entstehen tausende neue Verwaltungsjobs. Allerdings – und das ist die andere Seite der Arbeitsmarkt-Medaille – hangeln sich auch in Schleswig-Holstein immer noch viel zu viele von einem befristeten Job zum nächsten. Oder werden so schlecht bezahlt, dass sie aufstocken müssen. Hier müssen Arbeitgeber nachbessern, wenn sie es nicht bei Warnrufen vor dem Fachkräftemangel belassen wollen.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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