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Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Busstreik

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Busstreik

Der Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe hat spätestens nach dem von Verdi forcierten Verhandlungsabbruch eine neue, unrühmliche Qualitätsstufe erreicht. Unrühmlich deshalb, weil sowohl Gewerkschafter als auch der Arbeitgeberverband OVN bereits bewiesen haben, dass sie auch anders können.

Zum Beispiel in der vergangenen Verhandlungsrunde, die Anfang Januar 2014 in Aukrug nach zwei durchdiskutierten Tagen mit einem Ergebnis endete, mit dem beide Seiten leben konnten. Mehr noch: Damals lobte Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Mette die Einigung am grünen Tisch noch als „Ausdruck gewerkschaftlicher Stärke“.

Dieses Mal setzte die Gewerkschaft bereits während der fünf Verhandlungstage auf die Karte Streik, kündigte den Ausstand aber immerhin kurzfristig an. Und nun? Jetzt soll ein Dauerausstand als letztmögliches Mittel eine Einigung erzwingen, an der am Ende nur Verlierer stehen werden. Schüler und Pendler, weil ihnen eine verlässliche Möglichkeit genommen wird, Schule oder Arbeitsplatz zu erreichen. Gewerkschaften, weil sie es nicht geschafft haben, maßvoll ihre Rolle in der gesetzlich verankerten Tarifautonomie auszufüllen. Und die Busfahrer selbst, weil sie Akzeptanz verspielen und womöglich ihre Unternehmen in Gefahr bringen. In Mecklenburg-Vorpommern ist der ÖPNV bereits stark ausgedünnt – Schleswig-Holstein könnte es ähnlich gehen. Deshalb: Zurück an den Verhandlungstisch!

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
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Tarifkonflikt
Foto: Verdi setzt nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen im privaten Omnibusgewerbe auf einen „Erzwingungsstreit“. Bereits in den Herbstferien könnten die Busse in den Depots bleiben.

Der Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein droht zu eskalieren. Nach dem Abbruch der Verhandlungen am späten Donnerstagabend stehen nun die Zeichen auf Dauerstreik. In einer Urabstimmung in der kommenden Woche sollen nun die in Verdi organisierten Mitglieder über einen unbefristeten „Erzwingungsstreik“ entscheiden.

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