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Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Fachkräftemangel

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Fachkräftemangel

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland hält an, viele Branchen blicken so optimistisch wie lange nicht mehr in die Zukunft. Das ist der gute Teil der Prognosen und Umfragen von Forschungsinstituten und Kammern in diesen Tagen.

Die Kehrseite der Medaille: Viele Betriebe würden liebend gerne weiter wachsen – die Fach- und Nachwuchskraft gerade in Schleswig-Holstein entwickelt sich jedoch immer mehr zum scheuen Reh. Die vor fünf Jahren angeschobene Fachkräfteinitiative des Landes „Zukunft im Norden“ versucht zwar, die Debatte um knapp 100000 fehlende qualifizierte Arbeitskräfte bis 2030 zu strukturieren – der durchschlagende Erfolg bleibt aber bisher aus. Ganz im Gegenteil: Laut einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes Nordmetall denkt bereits jeder neunte Betrieb der Metall- und Elektroindustrie über Abwanderung nach. Grund: Im Norden ist die Suche nach Fachkräften und Azubis im Bundesvergleich besonders schwierig.

Gleichzeitig monieren auch immer mehr Unternehmen unterschiedlichster Branchen hohe Arbeitskosten – und damit beißt sich die Katze in den Schwanz. Eine angemessene Partizipation am Unternehmenserfolg, also parallel steigende Löhne und Gehälter, sind wichtiger Ausdruck von Unternehmenskultur und Wertschätzung. Doch auch andere Faktoren müssen stimmen, wie zum Beispiel attraktive Ausbildungsbedingungen, flexible Arbeitszeitmodelle oder eine positive Unternehmenskultur. Nur so sagen Fachkräfte Ja zum Norden.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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