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Jens Kiffmeier zum IfW

Kommentar Jens Kiffmeier zum IfW

Was für ein Comeback: Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) kehrt nach dreijähriger Abstinenz auf die bundespolitische Bühne zurück. Die Kieler werden wieder mit vier anderen Instituten die Frühjahrs- und Herbstgutachten für die Bundesregierung erstellen.

Für die Einrichtung im Norden ist das eine gute Nachricht. Denn die Arbeit in dem illustren Beraterkreis ist an Prestige nicht zu überbieten. Allein deswegen war die Tatsache, dass das Wirtschaftsministerium zuletzt wegen zu hoher Preise auf die IfW-Dienste verzichtete, ein herber Schlag. Gut, dass diese Auszeit beendet ist.

 Berater – ja oder nein? Ist doch egal, mag man sich denken. Konjunkturprognosen sind sowieso nur Kaffeesatzleserei, die am Ende nie stimmen. Doch weit gefehlt. Natürlich lässt sich nicht alles glasklar voraussagen. Aber das ist auch nicht nötig. Der Wert einer Prognose, so werfen die Befürworter zu Recht ein, besteht nicht unbedingt darin, dass sie einen Volltreffer erzielen muss. So richtet die Regierung auf Basis der Gemeinschaftsdiagnose ihre Wirtschaftspolitik aus. Entwickelt sich hinterher die Konjunktur schlechter oder besser, heißt das vor allem: Die Maßnahmen haben funktioniert oder nicht. Für den Wähler kein unwichtiger Indikator.

 Insofern arbeiten die Kieler Forscher nicht nur für das eigene Renommee. Der Nutzen ihrer weltweit geschätzten Arbeit ist unstrittig. Bleibt nur zu hoffen, dass die unfreiwillige Auszeit ein Ausrutscher war.

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