10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Jens Kiffmeier zur Wahl in Großbritannien

Kommentar Jens Kiffmeier zur Wahl in Großbritannien

Keine Frage, der Ausgang der Wahl in Großbritannien ist eine Überraschung. Allen Umfragen zum Trotz hat sich Premier David Cameron nicht nur im Amt behauptet, nein, er hat gleich die absolute Mehrheit zurückerobert.

Verständlich, dass den regierenden Tories in London zum Jubeln zumute ist. In Brüssel jedoch sorgt das Wahlergebnis für Argwohn. Zu Recht. Denn für die Europäische Union könnte sich der Wählerwille als Hemmschuh erweisen.

Zwei Dingen verdankt Cameron sein Comeback: Erstens gab es in dem wirtschaftlich wieder nach oben strebenden Königreich keine Wechselstimmung. Und zweitens hat sich der Premier die Stimmen mit dem Versprechen erkauft, bis 2017 per Referendum über den Verbleib in der EU entscheiden zu lassen. Ob es tatsächlich zum „Brexit“ kommt, ist offen. Cameron selber gilt noch als europafreundlich. Doch in der neuen Alleinregierung gibt es in seiner Partei keine Rücksichtnahmen mehr auf einen Koalitionspartner, sodass Cameron auch von den EU-Skeptikern in den eigenen Reihen stärker unter Druck gesetzt werden wird. Ignorieren kann der Premier den rechten Flügel nicht, dafür ist seine Mehrheit zu dünn.

Es droht nun eine britische Dauerdebatte über das Für und Wider – doch genau das kann die EU nicht gebrauchen. Mit der Griechenland- oder der Flüchtlings- und Armutsfrage steht das Bündnis vor großen Herausforderungen. Ein Vorangehen eines der größten Mitgliedsländer wäre für die schwierige Kompromisssuche zwischen 28 Staaten hilfreicher als permanente Querschüsse.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jens Kiffmeier
Wirtschaftsredaktion

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Wahlen
Cameron hat den Zusammenhalt des Vereinigten Königreichs zur größten Aufgabe für die nächsten fünf Jahre erklärt. Foto: Facundo Arrizabalaga

Die Konservative Partei von Premierminister David regiert in Großbritannien erstmals seit 1992 wieder mit absoluter Mehrheit. Das Königreich ist mit dem deutlichen Sieg der in weiten Teilen euroskeptischen Tories ein Stück von Europa abgerückt.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr