2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Jörn Genoux zu Windkraft und Infraschall

Kommentar Jörn Genoux zu Windkraft und Infraschall

Menschen im 21 Jahrhundert sind aufs Sehen trainiert. Wir wollen zwar das Leben mit allen Sinnen genießen. Doch das Auge ist das alles dominierende Sinnesorgan.

Das Ohr erhält vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Dabei ist es für uns das Tor zur Welt. Der Hörsinn ist im Vergleich zum Auge um ein Vielfaches genauer. Er ist in seiner Empfindlichkeit sozusagen bis an die Grenze des Möglichen optimiert worden. Viel mehr geht nicht. Denn sonst würden wir beispielsweise dadurch verrückt werden, dass wir ständig unseren eigenen Pulsschlag hören. Diese kurze Vorbemerkung muss sein. Denn wer nichts oder nur wenig über das Gehör weiß, der wird die Beschwerden über mögliche Belastungen durch hörbaren und nicht hörbaren Schall (Infraschall) möglicherweise nicht ernst genug nehmen.

 Ob Menschen Infraschall wahrnehmen können und was das bei Ihnen auslöst, ist noch nicht wissenschaftlich geklärt. Sicher ist hingegen, dass die Empfindlichkeit des Gehörs bei Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Sicher ist wohl auch, dass nicht alle Probleme, die Nachbarn von Windkraftanlagen dem Infraschall zuschreiben, durch diesen ausgelöst sind. Hier ist also noch viel Forschungs- und Aufklärungsarbeit nötig. Das Umweltbundesamt (und ein paar andere Behörden und Institute) haben das schon erkannt. Die Politik auf Bundes- und Landesebene jedoch könnte hier durchaus noch aktiver werden. Und Betreiber von Windkraftanlagen sollten unbedingt den Dialog zu den Nachbarn suchen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie Frau
Marion N.-Neurode

Anzeige
Mehr zum Artikel
Sorgen über Infraschall
Foto: Migräne, Schwindel, hoher Blutdruck, Seh- und Schlafstörungen, Angstzustände oder Beklemmungen – die Liste von Beschwerden, die den Windkraftanlagen angelastet werden, ist lang. Kritiker machen nicht nur Lärm und Schattenschlag dafür verantwortlich, sondern auch Infraschall.

Besteht für Menschen, die in der Nachbarschaft von Windenergieanlagen wohnen, ein erhöhtes Krankheitsrisiko? Gesundheitsgefahren durch Windkraft – das Thema entwickelt derzeit in Schleswig-Holstein eine neue Dynamik. Im Norden formiert sich daher Widerstand gegen die Anlagen. Im Fokus: der Infraschall, also der Schall, den Menschen nicht hören können.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr