22 ° / 10 ° Gewitter

Navigation:
Jörn Genoux zum Flugbegleiter-Streik

Kommentar Jörn Genoux zum Flugbegleiter-Streik

Die Flugbegleiter streiken – den Pausentag am Sonntag abgezogen – sieben Tage lang. Das ist Rekord in der Geschichte des Unternehmens. Den Kunden wird dabei erneut einiges zugemutet – und dem Unternehmen, das sich in einer eher schwierigen Lage befindet, auch. Daher darf die Frage gestellt werden, ob dieser Arbeitskampf noch verhältnismäßig ist.

Im juristischen Sinne dürfte der Streik der Flugbegleiter wohl noch nicht als unverhältnismäßig eingestuft werden. Denn die Gewerkschaft Ufo hat sich ein tariflich zulässiges Streikziel gesetzt. Und Arbeitsgerichte sehen das Kriterium meist erst dann als erfüllt an, wenn ein Streik ein Unternehmen in seiner Existenz bedrohen würde.

Doch in einem nicht-juristischen Sinne darf die Verhältnismäßigkeit durchaus angezweifelt werden. Denn sieben Tage lang weite Teile des deutschen und internationalen Flugverkehrs lahmzulegen und Tausenden Kunden erhebliche Unannehmlichkeiten zuzumuten, dafür gibt es eigentlich noch keinen Grund – jedenfalls auf den ersten Blick. Denn nicht nur hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass die Stimmung in den Verhandlungen richtig mies ist. Lufthansa-Arbeitsdirektorin Bettina Volkens wird dafür von Ufo-Vertretern verantwortlich gemacht. Sie halte Zusagen nicht ein und erzeuge eine Atmosphäre der Verunsicherung, ist nicht nur aus Gewerkschaftskreisen zu hören. So gesehen könnte dieser Rekord-Streik fast ein Hilferuf sei: Lufthansa-Chef Carsten Spohr möge sich persönlich einschalten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus KN-Kommentare 2/3