22 ° / 16 ° Gewitter

Navigation:
Jörn Genoux zur HSH Nordbank

Kommentar Jörn Genoux zur HSH Nordbank

Das war sozusagen Rettung in letzter Minute. Denn der HSH Nordbank lief zuletzt die Zeit davon. Die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft des Instituts hätte schon sehr bald existenzbedrohend werden können. Dann nämlich, wenn Ratingagenturen die ohnehin schlechte Einstufung der Bank nochmals herabgesetzt hätten.

Sie hätte sich dann kaum noch finanzieren können, neue Geschäfte wären so gut wie nicht mehr möglich gewesen. Eine kaum kontrollierbare Abwärtsspirale wäre in Gang gesetzt worden. Es war also allerhöchste Zeit für eine Entscheidung.

Nun haben Bank und Mitarbeiter seit Montag zwar wieder eine Perspektive. Doch die Herausforderungen bleiben in den kommenden zwei bis drei Jahren weiter groß – für die Eigentümer, den Vorstand und die 2500 Angestellten des Instituts. Die HSH Nordbank muss sich in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld nicht nur behaupten, sondern ihr Geschäft weiter ausbauen. Das dürfte auch dadurch nicht einfacher werden, dass andere Landesbanken wie die BayernLB, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die NordLB (Hannover) nichts von Gebietsschutz halten und Büros in Hamburg eröffnet haben. Und schließlich wird vor allem auch der geplante Verkauf des Länderanteils an Investoren keine ganz leichte Aufgabe sein. Man muss sich also, als Steuerzahler wie als Mitarbeiter, leider immer noch Sorgen machen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Einigung auf EU-Ebene
Foto: Die HSH Nordbank in Kiel.

Nach zwei Jahren zäher Verhandlungen haben sich die EU-Kommission und die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg über die Zukunft der HSH Nordbank geeinigt. Das Institut wird demnach von einem großen Teil seiner faulen Kredite entlastet.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3