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Jörn Genoux zur HSH Nordbank

Kommentar Jörn Genoux zur HSH Nordbank

Vielleicht beschreiben es diese zwei Worte von Frank Schischefsky (Gewerkschaft Verdi) am besten: Der sprach am Dienstag vor der Mitarbeiterversammlung der HSH Nordbank in Kiel von einer „schrägen Situation“. Schräg – also weiterhin alles andere als stabil; aber auch im Sinne von ein wenig verrückt und eigentlich kaum zu glauben. Und das dürfte wohl recht treffend die Gefühlslage vieler Mitarbeiter beschreiben.

Sie wissen nun zwar, worauf sich die Eigentümer und die EU-Kommission geeinigt haben. Doch sie wissen nicht wirklich, woran sie sind. Und das gilt ganz genauso für die Steuerzahler. Es gibt weiterhin viele, viele offene Fragen.

Wer kommt als Käufer der Bank infrage? Finden sich überhaupt Interessenten? Wie sicher ist der Standort Kiel? Kann sich die Bank in den nächsten Monaten erfolgreich entwickeln? Wie hoch werden die Belastungen für die Länder sein? Antworten auf diese und viele weitere Fragen sind leider auch bei gutem Willen nicht möglich. Es herrscht anhaltende Unsicherheit. Für die Bank – Vorstand und Mitarbeiter – bedeutet das eine gewaltige Herausforderung. „Wir, und nur wir, können die Entscheidung (der EU, die Red.) auch in zählbaren Erfolg ummünzen“, hat der Vorstand in seinem Schreiben an die Mitarbeiter appelliert – und gefordert, jeder müsse „aus eigenem Antrieb an die Leistungsgrenze gehen“. Das trifft es wohl. Wenn der wirtschaftliche Erfolg sich nicht schnell einstellt, dann war die Einigung mit Brüssel nicht viel wert.

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