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Jörn Genoux zur Klinik-Insolvenz

Kommentar Jörn Genoux zur Klinik-Insolvenz

Die Gesundheitswirtschaft ist für Schleswig-Holstein von herausragender Bedeutung. Sie gilt als Leit- und Zukunftsbranche des nördlichsten Bundeslandes. In keinem anderen Bundesland ist der Anteil der Beschäftigten in diesem Bereich so hoch.

Und in den vergangenen Jahren entstanden hier zahlreiche neue Arbeitsplätze. Daher haben die meisten Mitarbeiter der insolventen Kompass Klinik in Kiel wohl gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sollten sie sich einen neuen Job suchen müssen. Doch für den Klinikstandort Kiel ist die bis spätestens zum Jahresende geplante Schließung ein Schlag.

Diese Reha-Einrichtung für Herz-Kreislauf-Patienten hat nämlich das Behandlungsangebot der Landeshauptstadt abgerundet. Ja, eigentlich gehört eine solche Klinik fast zwingend nach Kiel. Denn mit Uni-Klinik und Städtischem Krankenhaus befinden sich hier zwei große Häuser, die die Erstversorgung übernehmen. Die benachbarte Reha-Klinik auf dem Ostufer ermöglicht eine enge Abstimmung bei der anschließenden Versorgung und ambulante Behandlungskonzepte. Diese ortsnahe Versorgung wird sich durch den Ausbau der Ostseeklinik Schönberg-Holm nicht ausgleichen lassen. Deren Erweiterung in Holm zeigt aber, dass Bedarf für kardiologische Reha da ist. Die Ursachen für die Insolvenz der Kompass Klinik liegen daher wohl im Versagen der Führung dieses Hauses – oder gar im fehlenden Willen, die Kieler Klinik auf eine langfristig sichere Basis zu stellen.

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Kiel
Foto: Die Immobilie im Heikendorfer Weg ist Sitz der Schmerzklinik und der Kompass Klinik.

Die Kompass Klinik Kiel ist zahlungsunfähig. Das 1993 gegründete Unternehmen hat vergangene Woche Insolvenzantrag gestellt. Der Klinik-Betrieb soll jedoch vorerst aufrechterhalten werden – vorerst, denn Ende 2015 sollte die Klinik ohnehin geschlossen werden.

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