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Jürgen Küppers zum Ausschluss Russlands

Kommentar Jürgen Küppers zum Ausschluss Russlands

Riskiert Kiel seinen Ruf als weltoffene wie gastfreundliche Stadt, weil russische Kriegsschiffe zum dritten Mal nicht zur Kieler Woche kommen dürfen? Klare Antwort: Nein, das tut sie nicht. Denn für die politische Großwetterlage kann die Stadt nichts.

Kiel. Seit 2014 liegt laut Beschluss des Nato-Rates der Partnerschaftsvertrag mit Russland wegen der Krim- und Ukraine-Krise auf Eis. Nato-Gewässer sind damit für russische Kriegsschiffe tabu. Das gilt konsequenterweise auch für die Kieler Woche. Das ist kein Affront gegenüber russischen Gästen, sondern Ausdruck internationalen Protests gegenüber russischer Politik.

 Es wäre naiv zu glauben, die Kieler Woche folge ausschließlich Maximen internationaler Völkerverständigung. Auf dem Internationalen Markt ist das zwar so, an der Tirpitzmole nicht unbedingt. Dicht an dicht liegen dort 30 supermoderne Kriegsschiffe aus den USA, Frankreich, Niederlanden, Deutschland und aus China. Kurz vor der Kieler Woche üben 17 Nationen beim US-Baltops-Manöver in der Ostsee den Ernstfall, bevor sich ranghohe Militärs bei der „Kiel Conference“ über Sicherheitspolitik austauschen. Internationale Marine zur Kieler Woche bedeutet eben nicht nur Open Ship und Matrosen auf den Festmeilen. Die Gäste in Uniform demonstrieren damit auch militärische Stärke ihrer Länder. Das sollte man bei allem Bedauern diplomatischer Verwicklungen mit ihren Folgen für die Kieler Woche nicht vergessen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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