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Jürgen Küppers zum Jugendticket

Kommentar Jürgen Küppers zum Jugendticket

Es war ja nicht anders zu erwarten: Kaum ist das Kieler Seniorenticket am Start, weckt es weitere Begehrlichkeiten. Zum Beispiel bei Jugendlichen (und deren Familien).

Sie sagen sich: Wenn schon Senioren günstiger Bus fahren dürfen, dann müssen Kinder und Jugendliche von solchen Segnungen ebenfalls profitieren. Stimmt eigentlich. Schließlich stöhnen selbst Mittelstandsfamilien, wenn oft genug gleich für mehrere Kinder die Monatstickets für Schulwege erhebliche Löcher in ihren Etat reißen. Insofern dürfte der Vorschlag des Jungen Rates zur Einführung eines rabattierten Jugendtickets nach dem Vorbild des Seniorentickets bei vielen Familien einen Nerv treffen.

Und damit haben die Ratsfraktionen jetzt ein echtes Problem. Absehbar wird bei einer Prüfung des Vorschlags herauskommen: Vergünstigte Jugendtickets sind zwar wünschenswert, kosten aber viel Geld. Beim Seniorenticket scheint es so zu sein, dass zusätzlich gewonnene Kunden die Verluste des eingeräumten Rabatts ausgleichen. Ob das bei Schulkindern und Jugendlichen auch so sein wird, scheint eher unwahrscheinlich. Insofern stellt der Vorschlag des Jungen Rates jetzt eine Gretchenfrage: Was sind wir euch als junge Kieler eigentlich wert? Die Jugendlichen waren pfiffig, weil sie diese Frage taktisch klug genau zur richtigen Zeit stellen – nach Einführung des Seniorentickets und vor Wahlkämpfen, in denen die soziale Gerechtigkeit eine zentrale Rolle spielen dürfte.

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