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Jürgen Küppers zum unbefristeten Kita-Streik

Kommentar Jürgen Küppers zum unbefristeten Kita-Streik

Dem Norden droht ein bislang einmaliges Marathon-Kräftemessen, sollten sich Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber nicht zügig über einen neuen Gehaltstarif für Fachkräfte in Sozial- und Erziehungsdiensten einigen.

Die Gewerkschaften geben sich (noch) wild entschlossen, bis mindestens zum 22. Mai Kitas möglichst flächendeckend zu bestreiken, inklusive der Drohung einer weiteren Verlängerung. So etwas gab es selbst in der bislang heftigsten, ebenfalls wochenlangen Tarifauseinandersetzung 2009 nicht, als zumindest immer mal wieder eine Streikpause eingelegt wurde.

So wird es diesmal nicht zuletzt ein Kampf um die öffentliche Meinung sein, die noch Verständnis für mehr Geld angesichts wachsender Aufgaben und Verantwortung von Kita-Mitarbeitern signalisiert. Dass eine solche Stimmung kippen kann, zeigt die in weiten Teilen schwindende Akzeptanz des Bahnstreiks.

Damit es dazu erst einmal nicht kommt, leistet die Kieler Verwaltung einen bemerkenswerten Beitrag. Sie ermöglicht in neun ihrer Einrichtungen zumindest Notdienste, erlaubt Eltern zudem eine Kinderbetreuung in Eigenregie. Das zeigt: Selbst im Rathaus gibt es neben der Sorge des Kämmerers, dass die Kita-Kosten aus dem Ruder laufen, auch Sympathien für die Anliegen der Streikenden. Denn die dort Verantwortlichen wissen natürlich: Dringend benötigtes Betreuungspersonal nach dem geplanten weiteren Ausbau von Kitas in einer stetig wachsenden Stadt gewinnt man auf Dauer nur, wenn auch die Bezahlung stimmt.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Schleswig-Holstein
Foto: Streikende Mitarbeiter von Kindertagesstätten ziehen in einem Demonstrationszug durch Kiel und halten Schilder mit der Aufschrift "Wir sind Mehr Wert".

Jetzt wird’s im Norden ungemütlich: Außer Bahnkunden müssen ab Freitag auch Eltern von Kita-Kindern auf unabsehbare Zeit mit handfesten Behinderungen ihres Alltags rechnen. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligen sich an dem unbefristeten Streik allein in Schleswig-Holstein bis zu 1000 Beschäftigte in kommunalen Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes.

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