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Jürgen Küppers zur Geheimniskrämerei um Flüchtlinge

Kommentar Jürgen Küppers zur Geheimniskrämerei um Flüchtlinge

Kiel war und ist Flüchtlingen gegenüber eine offene, tolerante Stadt. Das zeigte sich bei der riesigen Spendenfreude für syrische Flüchtlinge in Kiels Partnerstadt Hatay.

Es zeigte sich genauso bei der Hilfsbereitschaft vieler Kieler, die Menschen in diversen Flüchtlingsunterkünften säckeweise mit Kleidung, Spielsachen oder Möbeln versorgten. Deshalb gibt es auch keinen Grund zu der Annahme, dass sich das nun ändern könnte, weil bald eine provisorische Erstaufnahmeeinrichtung mit Wohncontainern irgendwo in der Stadt stehen soll. Jedenfalls so lange, bis die dafür vorgesehenen „richtigen“ Gebäude aus Stein auf dem Uni-Campus im September 2016 fertig sind. Doch die Flüchtlingsverantwortlichen bei Stadt und Land zieren sich noch, den Kielern zu sagen, wo die Wohncontainer nun stehen sollen. Diese Geheimniskrämerei nährt Gerüchte und Ängste. Die schaden aber der Toleranz.

Wesentlich hoffnungsvoller stimmen hingegen die Pläne der Kieler Universität, den Flüchtlingen nicht nur ein Areal für die reguläre Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung zu stellen. Man strickt an der CAU jetzt schon an Plänen, Flüchtlingen mit Bildungs- oder Serviceangeboten den Neustart in einer für sie so fremden Kultur zu erleichtern. Das könnte ein unschätzbar wertvoller Beitrag sein zu einer Willkommenskultur, die oft genug zur Phrase erstarrt. Damit eine solche Kultur leben kann, ist Offenheit und Transparenz von Entscheidungsprozessen unerlässlich. Auch und gerade beim Thema Wohncontainer in Kiel.

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Kiel
Foto: Thiemo Lüeße (SPD): Das Land will so heiße Diskussionen wie in Lübeck gerne vermeiden.

So viel steht zumindest fest: Kiel bekommt ab September 2016 eine Erstaufnahmeeinrichtung für rund 600 Flüchtlinge auf dem Uni-Campus. Unklar ist hingegen, wo diese Menschen bis zur Fertigstellung der Einrichtung in einem Provisorium unterkommen sollen.

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