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Jürgen Küppers zur Holstenstraße

Kommentar Jürgen Küppers zur Holstenstraße

Es ist gerade noch mal gutgegangen. Von einem schmerzhaften Aderlass blieb die Holstenstraße erst einmal verschont. Anson’s kehrt Kiel zwar nach 24 Jahren den Rücken.

Dafür hat sich die Geschäftsführung von Appelrath&Cüpper nach wohl reiflicher Überlegung doch noch zum Verbleib am Traditionsstandort durchgerungen, will dort sogar kräftig in eine Modernisierung investieren. Auch wenn das ein starkes wie wichtiges Signal ist, Entwarnung bedeutet es keinesfalls.

Denn der Kundenlauf vor allem zwischen Holstenbrücke und Alter Markt bleibt schleppend. Und daran wird sich in naher Zukunft wohl erst einmal nichts ändern. So fußt die Bleibe-Entscheidung vor allem auf dem Prinzip Hoffnung, dass Kiels City nach Fertigstellung von Schlossquartier, Holstenfleet oder der Neubauten am Berliner Platz endlich wieder attraktiver werden möge.

Doch bis dahin müssen Innenstadtkaufleute erst einmal eine jahrelange Durststrecke überstehen, weil Großbaustellen oder Verlegungen von Bushaltestellen viele Kunden vom Einkaufsbummel in der Holstenstraße abhalten dürften. Damit dann keine Leerstands-Tristesse um sich greift, wie man sie jetzt schon in der Dänischen Straße beobachten kann, ist Fingerspitzengefühl nötig. Planer, KVG und Baufirmen müssen trotz aller Komplexität der Projekte auch die Erreichbarkeitsbedürfnisse der Kaufleute im Blick behalten. Sonst droht der Innenstadt bis zu ihrem schicken Update ein Geschäftesterben. Das wäre dann ein wirklich schmerzhafter Aderlass. Den kann aber keiner wollen.

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Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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